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Konzept

Pädagogische Konzeption des beruflichen Gymnasiums

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Vorüberlegungen

2. Berufliches Gymnasium des Evangelischen Schulzentrums Gaußig im Kontext gesellschaftlicher

    Entwicklungen und dem demografischen Wandel im Landkreis Bautzen

3. Theologischer Begründungszusammenhang im Hinblick auf das pädagogische Konzept des

    beruflichen Gymnasiums Gaußig

4. Kernbereiche der pädagogischen Arbeit des beruflichen Gymnasiums im Landkreis Bautzen

4.1 Ziele der Arbeit am Beruflichen Gymnasium Gaußig

4.2 Ganzheitliche Erziehung

4.3 Leben und Lernen in Christlicher Gemeinschaft

4.4 Sinnorientierung als Lehrprinzip des beruflichen Gymnasiums

4.5 Besondere didaktisch- methodische Formen

4.6 Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte

4.7 Vernetzung mit den Kirchgemeinden

4.8 Das sozial-diakonische Profil

5. Bildungs- und Erziehungsauftrag des beruflichen Gymnasiums Gaußig - Fachrichtung Gesundheit und Soziales

6. Bildungs- und Erziehungsziele am Beruflichen Gymnasium Gaußig

7. Struktur

7.1 Ziel der Ausbildung

7.2 Voraussetzungen

7.3 Ausbildungsdauer

7.4 Angebotene Leistungskurse - Leistungsfächer

7.5 Stundentafeln Klasse 11 bis 13

 

 

1. Vorüberlegungen

 

Evangelische Schulen sind Ausdruck des Bildungs- und Erziehungsauftrages der Kirche. In diesem Sinne wirken sie eigenverantwortlich bei der Erfüllung der allgemeinen öffentlichen Bildungsaufgaben mit und stellen eine Ergänzung und Bereicherung des Schulwesens dar (§1 des Gesetzes über Schulen in freier Trägerschaft des Freistaats Sachsen vom 04. Februar 1992). Damit spiegeln sie die vom Grundgesetz in Artikel 7/Abs. 4 gewollte Vielfalt im Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland wider.

 

Das Gesamtkonzept des vorliegenden Antrags basiert auf der Verfassung des Freistaates Sachsen, dem Schulgesetz, der Schulordnung, den verbindlichen Rahmenregelungen der Kultusministerkonferenz.

 

Das Evangelische Schulzentrum Gaußig ist eine Schule in freier Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins im Landkreis Bautzen e.V.

 

Das berufliche Gymnasium als Teil des Schulzentrums steht, wie Grund- und Mittelschule, in Trägerschaft des Evangelischen Schulvereins im Landkreis Bautzen e.V..

 

Der Schulverein ist dem evangelisch-christlichen Profil einer konfessionellen Bildungseinrichtung verpflichtet. Damit ergänzt die Bildungseinrichtung staatliche Schulen im Landkreis Bautzen. Beigefügtes Schulprogramm erteilt Auskunft über das inzwischen durch evangelische Gemeinde, Eltern- und Schüler angenommene Schulprofil.

 

Das Schulzentrum wird zunehmend von Eltern und Schülern der Region angenommen. So werden inzwischen zweizügig Kinder und Jugendliche der Klassenstufen 1 bis 10 unterrichtet und ab September 2008 in der derzeit auszubauenden Horteinrichtung 150 Grundschüler betreut.

 

Damit ist es dem Evangelischen Schulverein im Landkreis Bautzen e.V. gelungen, ein aufeinander abgestimmtes Bildungsangebot für die Klassenstufen 1 -10 für den Landkreis sicherzustellen.

 

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lernen 160 Schülerinnen und Schüler an der Evangelischen Grundschule Gaußig, wovon 48 Schülerinnen und Schüler den Hort besuchen.

 

Des Weiteren werden an der Evangelischen Mittelschule Gaußig 312 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Bautzen beschult.

 

Die staatlichen Anerkennungen als staatlich anerkannte Ersatzschulen erfolgten:

 

Mittelschule - 2003

 

Grundschule - 2007.

 

Demzufolge verfügt das Evangelische Schulzentrum Gaußig über die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen und Erfahrungen, um das Bildungsangebot eines beruflichen Gymnasiums für die Region übernehmen zu können.

 

Das berufliche Gymnasium Gaußig wird eigenständiger Schulzweig im Verbund des Evangelischen Schulvereins im Landkreis Bautzen e.V..

 

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2. Berufliches Gymnasium des Evangelischen Schulzentrums Gaußig im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen und dem demografischen Wandel im Landkreis Bautzen

 

Vor dem Hintergrund anhaltender Abwanderung von Jugendlichen aus der Region orientiert sich das Konzept am Bedarf nach gut ausgebildeten Jugendlichen, die im Landkreis Bautzen ihre Heimat haben, weiterhin in dieser leben und langfristig mitgestalten wollen.

 

Die Oberlausitz verfügt über eine wirtschaftliche Entwicklung, die noch immer nicht als stabil zu bezeichnen ist. Standorterhaltung und -entwicklung werden besser abgesichert sein, wenn in strukturschwachen Regionen Jugendlichen berufliche Perspektiven angeboten werden können.

 

Der Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen, durch den Erwerb der notwendigen Hochschulzugangsberechtigung, widmet sich das berufliche Gymnasium Gaußig.

 

Es bietet Jugendlichen die Möglichkeit, sich auf eine berufliche Hochschulausbildung wohnortnah vorzubereiten. Die laut staatlichen Lehrplans umzusetzenden Bildungsinhalte Berufliches Gymnasium - Fachrichtung Gesundheit und Soziales, werden durch das christliche Gesamtprofil des Schulzentrums im Sinne dessen vervollkommnet.

 

Die Oberlausitz verfügt über eine geistliche Geschichte, die auf den Wurzeln des Christentums basiert. Der sich damit entwickelnde Heimatbegriff wird in der Gegenwart neu definiert und ist unter Jugendlichen der Region positiv besetzt. Auf dieser Basis stehend, wird sich das berufliche Gymnasium Gaußig, der Wahrung von Traditionen sowie der Pflege der Liebe zur Heimat widmen. Jugendliche aus dem kirchlichen Umland leben in diesem geistlichen Umfeld. Im Ergebnis dieses generationsübergreifenden Entwicklungsprozesses, soll diese Bildungseinrichtung geistliche und geistige Heimat von Jugendlichen werden. Zahlreiche Gesundheits- und Sozialeinrichtungen der Region, in kirchlicher und staatlicher Trägerschaft, bekunden nachhaltig ihr Interesse an geistlich gebildeten und motivierten jungen Menschen, die perspektivisch für diese Bereiche Leitungs- bzw. Führungspositionen übernehmen können.

 

Seit Schulgründung (Mittelschule 1997) widmet sich der Schulträger der Vermittlung christlicher Werte und Normen. Das Schulprofil entspricht den religiösen Bedürfnissen und Wünschen der Elternschaft. Für Kinder und Jugendliche der Region soll das damit verbundene christliche Menschenbild ein Leitbild für eigene Lebensplanung werden. So wird die geistige Mitte des beruflichen Gymnasiums aus dem Evangelium begründet. Selbst in der Zeit der DDR blieb die enge traditionelle Bindung zur evangelischen Kirche erhalten. Das atheistische Weltbild der DDR hinterließ jedoch Spuren in der Bevölkerung. Dieses atheistische Weltbild konnte sich aber nicht in der Region verfestigen. Seit der Wende blühte christliches Leben mit den damit verbundenen Traditionen wieder auf. Das anhaltende Engagement für eine konfessionelle Schule, belegt die kirchliche Sozialisation der Bürgerinnen und Bürger des Landkreises.

 

Bei Jugendlichen hält der Prozess der Suche nach Sinnfindung im religiösen Kontext an. Gerade auf religiöse, gesellschaftspolitische und soziale Fragen sollen Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Gaußig gemeinsam mit Lehrenden auf der Suche nach Antworten sein.

 

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3. Theologischer Begründungszusammenhang im Hinblick auf das pädagogische Konzept des beruflichen Gymnasiums Gaußig

 

Das berufliche Gymnasium Gaußig ist Teil des Schulzentrums Gaußig und gliedert sich in das Gesamtkonzept der Schule ein. Dieses basiert zunächst auf dem sich aus dem Evangelium abzuleitenden christlichen Sinn- und Werterahmen. Dieser ist Grundlage für pädagogisches Handeln, Bildung und Erziehung. Dabei verpflichten sich die an Bildung Beteiligten, Jugendlichen den christlichen Glauben zu erschließen sowie den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die ihnen eine verantwortliche Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Dabei ist die geistige Mitte das Evangelium, die frohe Botschaft Gottes.

 

Vor diesem Hintergrund erfolgt geistliche Orientierung:

 

1. Der Mensch ist als Geschöpf Gottes Teil dieser Welt.

 

Damit trägt er Verantwortung für sich und seinen Nächsten. Er ist zum Schutz der Welt und damit aller Geschöpfe Gottes verpflichtet.

Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass dazu ein aktiver Beitrag notwendig ist. Die fachspezifische Ausrichtung der Bildungseinrichtung verdeutlicht, wie notwendig ihr Einsatz für den Nächsten in dieser Zeit ist. Erlebbare Diakonie prägt den Geist des beruflichen Gymnasiums Gaußig.

 

2. Die Botschaft des Evangeliums soll für Schülerinnen und Schülern Angebot zur eigenen Lebensplanung sein. Dazu bedarf es einer Atmosphäre des vertrauensvollen und offenen Miteinander zwischen Lehrenden und Lernenden. Erworbene Kenntnisse der biblischen Lehren sowie der christlichen Traditionen werden in der Sekundarstufe II gefestigt und ausgebaut.

 

3. Bildung und Erziehung, welches sich aus dem christlichen Menschenbild ableiten lässt, dient der Orientierung in der sich rasant verändernden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Welt. Die Arbeit der Schule ist geprägt von dieser Grundposition. Damit werden traditionelle Formen der pädagogischen Arbeit genutzt, modernen Lehr- und Lernmethoden steht der Schulträger offen gegenüber.

 

4. Die Fähigkeit zur eigenen Infragestellung und einem selbstkritischen Umgang soll bei den Jugendlichen weiterhin entwickelt werden. Wurzeln des christlichen Glaubens kennend, setzen sie sich auch mit manipulierenden und destruktiven Tendenzen innerhalb der Gesellschaft auseinander.

 

5. Unverzichtbar ist das geistliche Leben an der Schule. Gottesdienste und Andachten werden integraler Bestandteil des Schullebens weiterhin sein. Dabei bringen sich die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Gaußig bewusst aktiv ein.

 

6. Die fachliche Spezialisierung des beruflichen Gymnasiums Gaußig orientiert Schülerinnen und Schüler auf die Notwendigkeit gelebter Diakonie. In diesem Geist fühlen sich Lehrer und Schüler verpflichtet, sich fachwissenschaftlich und damit berufsorientiert auf den Dienst am Mitmenschen vorzubereiten. In diesem Sinne sind der Erwerb wissenschaftlicher Grundlagen und die Verknüpfung von gelebtem Glauben zu verbinden.

 

7. Die ökumenische Grundhaltung wahrend, werden Traditionen eigener Religion in den Regionen gelebt.

 

8. Das berufliche Gymnasium Gaußig basiert auf dem christlichen Menschenbild und lehnt damit Beliebigkeit des Geistes ab. Damit werden biblische Maßstäbe als richtungsweisend für Jugendliche und im Miteinander von allen an diesem Bildungsprozess Beteiligten gelebt.

 

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4. Kernbereiche der pädagogischen Arbeit des beruflichen Gymnasiums im Landkreis Bautzen

 

Nachfolgende Kernbereiche umfassen die Aufgaben und Ziele der Bildungs- und Erziehungsarbeit am beruflichen Gymnasium Gaußig. Als elementare theologisch-pädagogische Bausteine stehen sie in einem engen Beziehungsgeflecht. Gleichzeitig dient die pädagogische Arbeit auf der Wahrung demokratischer Grundwerte und der Erziehung zur Demokratie und Toleranz.

 

4.1 Ziele der Arbeit am Beruflichen Gymnasium Gaußig

 

Ziele der Arbeit am Beruflichen Gymnasium Gaußig sind u. a.:

 

  • die Vertiefung der Allgemeinbildung der Schülerinnen und Schüler,
  • die Schaffung der Möglichkeit zur weiteren Entwicklung einer christlichen Weltanschauung,
  • die Befähigung, ein Hochschulstudium umzusetzen,
  • fachrichtungsspezifische Berufsorientierung,
  • Vernetzung der erworbenen fachspezifischen Kenntnisse
  • Erwerb von wissenschaftlichen Arbeitstechniken

 

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4.2 Ganzheitliche Erziehung

 

Dem Erziehungsziel "ganzheitliche Erziehung" kommt der pädagogischen Profilierung einer an christlich-humanen und demokratischen Werten orientierten Schule ein hoher Stellenwert zu. Die allseitige Entwicklung der Schülerinnen und Schüler verlangt ein ganzheitliches Lehren und Lernen. Damit werden Unterrichtsinhalte nicht nur vom Verstand aus gelehrt, sondern erhalten grundsätzlich (besonders im Leistungsfach Gesundheit und Soziales) eine Anbindung an eine zukünftige berufliche Orientierung. So wird ganzheitliche Bildung und Erziehung als Prozess verstanden, der praktische Arbeit (fachspezifische Praktika), Emotionalität, Spiritualität und Phantasie einbeziehen.

 

Das berufliche Gymnasium Gaußig stellt die zu fördernden Schülerpersönlichkeiten in den Mittelpunkt seines pädagogischen Handelns. Auf der Grundlage christlicher Anthropologie werden bei den Schülerinnen und Schülern möglichst alle ihnen von Gott gegebenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Bedürfnisse, Neigungen und Interessen entwickelt. Um diese Zielstellung zu erreichen, wird das Unterrichten in zahlenmäßig kleinen Gruppen angestrebt.

 

Die Bildungseinrichtung will demzufolge den Schüler nicht in einzelnen, isolierten Lebensdimensionen ansprechen, sondern in vielfältigen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen

 

Situationen. Sie ist damit schülerorientiert, weil kognitiv orientierte Lernprozesse der Schule, den sozial und physisch-sinnlichen Prozessen der Aneignung gleichgestellt werden. Ziel dabei ist es, auf die perspektivisch durch die Schülerinnen und Schüler angestrebten gesundheits-sozial- orientierten Berufe umfassender vorzubereiten.

 

In der schulpraktischen Umsetzung im Sinne einer individuellen, ganzheitlichen Förderung bedeutet dies, dass ein breites unterrichtliches Angebot sowie verschiedenartige Gruppenaktivitäten im außerunterrichtlichen und außerschulischen Bereich sichergestellt werden. Dabei werden sozialdiakonische Projekte, karikative Aktivitäten der Jugendlichen im Rahmen von kirchlicher Gemeindearbeit ausdrücklich gefördert.

 

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4.3 Leben und Lernen in Christlicher Gemeinschaft

 

Schülerinnen und Schüler, die bereits das Evangelische Schulzentrum Gaußig bis zum Abschluss der Mittelschule absolvierten, haben die Lernatmosphäre der Bildungseinrichtung verinnerlicht. Schule wird damit als Ort lebendiger Gemeinschaft erlebt. Dazu werden für alle Beteiligten atmosphärische und institutionelle Bedingungen geschaffen.

 

Besonderen Wert legt das berufliche Gymnasium auf die aktive Beteiligung der Eltern am Schulleben, sodass auch außerschulische Kompetenzen, die einen wichtigen Beitrag für die weitere Ausformung des Profils zu leisten vermögen, genutzt werden können.

 

Wir sehen in der Förderung der gemeinschaftsbezogenen Schülerpersönlichkeit eine der Voraussetzungen für die Eingliederung des Einzelnen in die demokratische Gesellschaft - in die anschließende Berufsausbildung. Insofern verbindet sich mit der Gestaltung der christlichen Schulgemeinschaft der Auftrag des beruflichen Gymnasiums zur Sozial- und Werteerziehung. Religiöse Formen und Handlungen wie Gebet, Morgenandacht, Gottesdienst, Kirchenjahresfeste und -feiern usw. werden in den Unterrichtsalltag (wie bereits in der Mittelschule) einbezogen. Sie sind nichts Randständiges. Wichtig erscheint an dieser Stelle, dass dies frei von Gewissenszwängen und in Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden Gestalt gewinnt, wobei sich Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen sowie Elternschaft immer wieder selbst prüfen müssen, inwieweit ihr Verhalten, aber auch die schulischen Ziele mit den Aspekten der Menschenwürde, Nächstenliebe und Rücksichtsnahme zusammenpassen.

 

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4.4 Sinnorientierung als Lehrprinzip des beruflichen Gymnasiums

 

Im Interesse einer ganzheitlichen Bildung ist zu beachten, dass Wertefragen, sinnorientierende Momente und Fragen nach dem Sinn des Lebens nicht hinter der Wissensvermittlung zurück stehen und in Randbereiche des Schullebens abgedrängt werden.

 

Das Werte- und Sinnfragen am Lehrstoff des Fachunterrichts festgemacht werden, ist charakteristisch für das "unterrichten im problemorientierten christlichen Aufmerksamkeitshorizont" (Nipkow). Sie bleiben also nicht nur auf den Religionsunterricht beschränkt, sondern sind Unterrichtsprinzip.

 

Es geht dabei um folgende didaktisch- methodische Fragen:

 

  • Welche ethischen Fragen/ Probleme sind im Unterrichtsstoff enthalten?
  • Wie führe ich die Schüler /Jugendlichen zur Entdeckung der hinter der Sachebene liegenden Bedeutungs- und Sinnebene?
  • Wie vermeide ich dabei Gewissenszwänge und Indoktrination?
  • Wie erziehe ich zur Toleranz gegenüber dem Andersdenkenden?

 

"Unterrichten im christlichen Aufmerksamkeitshorizont" bedeutet, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, Aussagen zum Woher und Wohin des Menschen und Glaubensgewissheiten nicht unverbunden nebeneinander stehen bleiben. Für das berufliche Gymnasium Gaußig geht es an dieser Stelle darum, Evangelium und den damit verbundenen christlichen Werterahmen im Lebens- und Lernzusammenhang des Heranwachsenden zur Geltung zu bringen.

 

Greift die Sinn- und Wertedimension in anderen Fächern auch im Sinne einer Zusammenführung von Naturwissenschaft, Humanwissenschaft und Theologie, so überlässt der Lehrende die Fächer nicht einer einseitigen fachwissenschaftlichen Betrachtungsweise. Grundlage für die Umsetzung dieses Lehrprinzips ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit aller Akteure. Gleichwohl ist es selbstverständlich, dass die Unterrichtsinhalte nicht unter eine unsachgemäße christliche Perspektive gezwungen werden.

 

Für den naturwissenschaftlichen Unterricht führt eine solche Sichtweise dazu, dass vom Schüler die Natur neben aller nachprüfbaren Erkenntnis zugleich auch als Schöpfung Gottes begriffen werden kann. Die daraus folgenden ethischen Fragestellungen zum Umgang mit der Natur führen zu einer kritischen Haltung gegenüber dem technokratischen Naturverständnis und fordern die Lehrkräfte und die Jugendlichen heraus, neue Lösungsansätze zu finden.

 

Am beruflichen Gymnasium Gaußig ist der Religionsunterricht verpflichtender Bestandteil des Unterrichtsangebots. Katholischer Religionsunterricht sollte ebenfalls angeboten werden.

 

Das Fach Ethik ist im Fächerkanon der Schule nicht vorgesehen.

 

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4.5 Besondere didaktisch- methodische Formen

 

Grundlage für die didaktisch - methodischen Entscheidungen sind die Lehrpläne sowie die Bildungs- und Erziehungsziele des Freistaates Sachsen. Davon ausgehend soll es am beruflichen Gymnasium Gaußig Aufgabe der Lehrkräfte sein, aus der Vielfalt der didaktisch - methodischen Formen jeweils gezielt und überlegt auszuwählen und immer wieder zu prüfen, inwieweit das didaktisch - methodische Handeln der Unterrichtenden seinen eigenen erzieherischen Zielen und den Leitzielen des Schulzentrums Gaußig entspricht.

 

Abwechslungsreichtum bei der Unterrichtsmethodik vermag einerseits sich positiv auf die Motivationslage des Lernenden auszuwirken und bedeutet anderseits eine bessere individuelle Förderung und Unterstützung des Lernprozesses.

 

Darüber hinaus wird das unterrichtliche Geschehen durch Grundsätze und Vorgehensweisen geprägt, die dem spezifischen Charakter des beruflichen Gymnasiums als kirchliche Schule entsprechen. Hierzu zählen Wagenscheins didaktische Prinzipien, wie exemplarisches, genetisches und sokratisches Lernen, als auch Unterrichtsprinzipien, wie Schülergemäßheit, Anschaulichkeit, Selbsttätigkeit, Kooperation und Lebensnähe.

 

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4.6 Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte

 

Neben der vom Freistaat Sachsen angebotenen staatlichen Lehrerfortbildung im Bereich der Fachdidaktik und Unterrichtsmethodik ist vorgesehen, das pädagogische Profil des beruflichen Gymnasiums Gaußig auch durch schulinterne Lehrerfortbildungen (SCHILF) weiter zu entwickeln.

 

Hierbei geht es vor allem um die Stärkung und Fortentwicklung der Lehrerkompetenzen im erzieherischen Bereich wie auch um die Fortschreibung der Schulkonzeption, an der alle Lehrer und Lehrerinnen beteiligt werden sollen. Dabei versteht sich die Lehrerfortbildung als Werkstatt für eine pädagogische Kultur in der Schule.

 

Wir sehen in den zu ergreifenden Maßnahmen auf dem Gebiet der Lehrerfortbildung die nachhaltigste Wirkung, das Proprium des evangelischen beruflichen Gymnasiums auszuformen.

 

Mit der schulinternen Lehrerfortbildung verfolgt unsere Schule insbesondere folgende Ziele:

 

  • die praxisbezogene Konkretisierung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule,
  • die Weiterentwicklung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule,
  • die Bewältigung erzieherischer Schwierigkeiten und Probleme,
  • die Rückbesinnung auf die Werte und Normen, auf die Sinnfragen und die pädagogischen Grundgedanken unserer Schule,
  • die Erhaltung, Aktualisierung und Verbesserung bereits erworbener Qualifikationen der Lehrkräfte,
  • die Verbesserung/Reflektion der Arbeits-, Lehr- und Lernprozesse und die mögliche Veränderung der Unterrichtswirklichkeit

 

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4.7 Vernetzung mit den Kirchgemeinden

 

Die Zusammenarbeit mit dem beruflichen Gymnasium und den Kirchgemeinden dient der Stärkung des Bildungsprofils der Schule

 

Vernetzungsmöglichkeiten sind:

 

  • die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an kirchgemeindlichen und besonders diakonischen Aktivitäten (Praktika)
  • Nutzung des Freizeit- und Rüstzeitangebots der Ephorie
  • Behandlung der lokalen Kirchengeschichte im Schulunterricht
  • Orientierungswochen in einem Schullandheim für Eltern und Schüler

 

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4.8 Das sozial-diakonische Profil

 

An der Mittelschule Gaußig wird ab der Jahrgangsstufe 7 das Unterrichtsfach sozial-diakonisches Profil gelehrt. Der Unterricht basiert auf der Grundlage der sächsischen Vorschrift zur Geltung von Stundentafeln im Wahlpflichtbereich.

 

Die Nutzung dieser durch Schülerinnen und Schüler erworbenen Fachkompetenzen kommt der Profilierung im Leistungskurs Gesundheit und Soziales zu gute. Die Voraussetzungen sind damit geschaffen worden, um gezielt auf eine Berufsorientierung hinzuarbeiten.

 

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5. Bildungs- und Erziehungsauftrag des beruflichen Gymnasiums Gaußig - Fachrichtung Gesundheit und Soziales

 

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der sächsischen Schulen wird im Schulgesetz des Freistaates Sachsen definiert und ist Grundlage für das berufliche Gymnasium Gaußig. Des Weiteren widmet sich das Berufliche Gymnasium Gaußig im besonderen Maße der christlichen Bildung und Erziehung (siehe Punkt 4) und verfügt damit über einen diesbezüglichen Doppelauftrag.

 

Schülerinnen und Schüler, die sich am beruflichen Gymnasium Gaußig einer weiteren dreijährigen Schulausbildung stellen, verfügen über ein hohes Maß an Lern- und Leistungsbereitschaft. Damit entscheiden sich diese Jugendlichen für den Erwerb eines berufsorientierte Schulabschlusses bzw. dem Abitur. Am Ende dieser Ausbildung verfügen sie über die allgemeine Hochschulreife.

 

Innerhalb des dreijährigen weiterführenden Bildungsprozesses ist es Aufgabe des Schulträgers sicherzustellen, dass den individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler entsprochen wird. Ihnen wird damit die Möglichkeit geschaffen, für sich eine eigene berufliche Schwerpunktsetzung zu erarbeiten.

 

Das Evangelische Schulzentrum Gaußig strebt innerhalb der Umsetzung seines Bildungs- und Erziehungsauftrages die Verknüpfung des diakonischen Auftrags mit grundsätzlichen Aspekten der Gesundheits- und Sozialwissenschaft an. Dies bedeutet, dass Jugendliche des beruflichen Gymnasiums Gaußig grundsätzliche Aspekte der Theologie mit denen der Gesundheits- und Sozialwissenschaft in der heutigen Zeit interdisziplinär verknüpfen können.

 

Theologische, gesundheitliche und sozialwissenschaftliche Kenntnisse befähigen Schülerinnen und Schüler, gesellschaftliche Zusammenhänge und Realitäten besser zu reflektieren.

 

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6. Bildungs- und Erziehungsziele am Beruflichen Gymnasium Gaußig

 

Lehrpläne der beruflichen Gymnasien im Freistaat Sachsen definieren Bildungs- und Erziehungsziele, die Gültigkeit für das berufliche Gymnasium Gaußig besitzen.

 

Der Evangelische Schulverein Gaußig e.V. stellt dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu Verfügung, indem zwei Leistungskurse sowie unterschiedliche allgemein bildende und fachrichtungsbezogene Wahlpflicht- und Wahlkurse angeboten werden.

 

Leistungskurs I:        Deutsch

Leistungskurs II:       Gesundheit und Soziales

 

Daraus ergeben sich nachfolgende geistliche Orientierungen für die pädagogische und religionspädagogische Arbeit am Beruflichen Gymnasium Gaußig:

 

I. Der christliche Glaube soll für Jugendliche der Region als befreiendes Ereignis erlebt werden. Damit verbinden sie die Einzigartigkeit des Menschen als Teil der Schöpfung Gottes. Diese Einzigartigkeit und die damit verbundene Verantwortung für diese eine Welt sollen Schulerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums Gaußig durch die zu vermittelnden Bildungsinhalte, das durch christliche Werte geprägte Schulklima und das Miteinander der Generationen erlernt und erfahren haben.

 

II. Das berufliche Gymnasium Gaußig soll sich innerhalb seiner Arbeit dem Dienst an dieser einen Welt und dem Menschen an sich widmen. In diesem Sinne sollen traditionelle und moderne Formen der pädagogischen Arbeit genutzt werden.

 

Dies bedeutet, dass nicht nur alle Schülerinnen und Schüler den Evangelischen Religionsunterricht am beruflichen Gymnasium des Evangelischen Schulzentrum besuchen, sondern auch das Schulklima von christlichen Werten und Normen gekennzeichnet sein wird.

 

Damit werden am beruflichen Gymnasium des Evangelischen Schulzentrums nicht nur theologische Bildungsinhalte vermittelt, sondern sollen auch im evangelisch-lutherischen Geist christliche Traditionen der abendländischen Kultur gelebt und damit bewahrt werden. Vor diesem Hintergrund wird christliches Zusammenleben (ggf. seit Klasse 1) den Schülerinnen und Schülern des beruflichen Gymnasiums als Lebensorientierung angeboten. Vor dem Hintergrund einer zunehmend pluralistischen und atheistischen Gesellschaft wird damit den Jugendlichen die christliche Religion mit ihrer Ethik als mögliche Lebensform gelehrt.

 

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7. Struktur

 

Das berufliche Gymnasium Gaußig baut auf einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) auf und setzt mit der Einführungs-/Orientierungsphase - Klasse 11 sowie der Qualifikationsphase Klasse 12 und 13 den Bildungsweg fort.

 

Es umfasst die Fachrichtung Gesundheit und Soziales und bietet damit den Leistungskurs - Gesundheit und Soziales an. Lerninhalte basieren auf der Grundlage des Lehrplans für Berufliche Gymnasien August 2005 und entsprechen einem gesellschaftswissenschaftlichen Arbeitsfeld. Die Wahl der Fachrichtung entspricht dem Gesamtprofil des christlichen Schulzentrums.

 

Nach der Wahl des Leistungskurses verbindet sich die fachliche Ausrichtung der Bildungseinrichtung. Um den individuellen Interessen und Begabungen zu entsprechen sowie im besonderen Maße die Allgemeinbildung und Berufsbezogenheit miteinander zu verzahnen, werden zum ersten Leistungsfach angeboten:

 

Biologie, Chemie, Physik, Wirtschaft/Recht sowie: evangelische Religion, Gemeinschaftskunde und Geschichte.

 

Deutsch, als zweites Leistungsfach sichert die Berufsorientierung sowie einen fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterricht ab.

 

Evangelische Religion wird mit zwei Wochenstunden angeboten und beinhaltet die Vermittlung kirchenmusikalischer Kenntnisse.

 

Es ist geplant, das Berufliche Gymnasium 2009/2010 mit einem Leistungskurs zu beginnen.

 

Dabei wird von einer Gesamtschülerzahl von bis zu 27 Schülerinnen und Schülern ausgegangen, denen die Leistungskurse Deutsch sowie Gesundheit und Soziales angeboten werden.

 

Ab 2010 wird eine Zweizügigkeit der Schule angestrebt.

 

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7.1 Ziel der Ausbildung

 

Erlangung der allgemeinen Hochschulreife zur Aufnahme eines Studiums an jeder Universität, Hochschule, Fachhochschule oder Berufsakademie.

 

7.2 Voraussetzungen

 

Schülerinnen und Schüler der Gymnasien mit Versetzung von Klasse 10 nach 11

 

Realschulabgänger mit einem Notendurchschnitt von bis zu 2,5 oder einen gleichwertigen Bildungsstand, wobei in den Kernfächern - Deutsch und Mathematik, fortgeführte Fremdsprache, Physik, Chemie und Biologie mindestens dreimal die Note "gut" und in den übrigen Fächern mindestens die Note "befriedigend" erteilt wurde.

 

Realschulabgänger mit erfolgreich abgeschlossener zweijähriger Berufsausbildung, wobei der Durchschnitt des Berufsschulabschlusszeugnisses (oder gleichwertiges) bei 2,5 liegt.

 

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7.3 Ausbildungsdauer

 

Die dreijährige Vollzeitausbildung beinhaltet die Orientierungsphase - Klasse 11 sowie die Qualifikationsphase 12 und 13.

 

7.4 Angebotene Leistungskurse - Leistungsfächer:

 

1. Deutsch

2. Gesundheit und Soziales

 

Auf der Grundlage der verbindlichen Lehrpläne für Berufliche Gymnasien im Freistaat Sachsen, werden nachfolgende Bildungsinhalte vermittelt:

 

  • Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld (1): 

Deutsch, Fremdsprachen, Literatur, Musik, Bildende Kunst
 

  • Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld (2): 

Gesundheit/Soziales, Geschichte/Gemeinschaftskunde, Wirtschaftslehre/Recht
 

  • Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld (3): 

Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Informatik
 

  • Pflichtfächer: 

Evangelische Religion, Sport
 

  •  Wahlfächer: 

Ergänzungsfach zur Fachrichtung Gesundheit und Soziales, Fremdsprachen
 

  •  Zusätzliche Leistungen: 

Projektarbeit, Praktika, Belegarbeit, und besondere Lernleistungen

 

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7.5 Stundentafeln Klasse 11 bis 13

 

Klasse 11

 

Pflichtbereich:

 

 Deutsch (LK)

 5 Wochenstunden

 Gesundheit und Soziales (LK)

 3 Wochenstunden

 Mathematik (GK)

 5 Wochenstunden

 1. Fremdsprache (GK)

 3 Wochenstunden

 2. Fremdsprache (GK)

 

      Niveau A

 3 Wochenstunden

      Niveau B

 3 Wochenstunden

 Ev. Religion (GK)

 2 Wochenstunden

 Biologie (GK)

 2 Wochenstunden

 Chemie (GK)

 2 Wochenstunden

 Physik   (GK)

 2 Wochenstunden

 Wirtschaft/Recht (GK)

 2 Wochenstunden

 Geschichte/ Gemeinschaftskunde (GK)

 2 Wochenstunden

 Sport (GK)

 2 Wochenstunden

 Informatik (GK)

 2 Wochenstunden

 

Wahlbereich:

 

Musik, Kunst, Literatur mit einer Wochenstunde oder 3. Fremdsprache mit zwei Wochenstunden

 

Gesamtstundenzahl: 38 Wochenstunden

 

 

Klassenstufen 12 und 13

 

Pflichtbereich:

 

 Deutsch (LK)

 5 Wochenstunden

 Gesundheit und Soziales (LK)

 4 Wochenstunden

 Mathematik (GK)

 4 Wochenstunden

 1. Fremdsprache (GK)

 3 Wochenstunden

 2. Fremdsprache (GK)

 

      Niveau A

 3 Wochenstunden

      Niveau B

 4 Wochenstunden

 Ev. Religion (GK)

 2 Wochenstunden

 Biologie (GK)

 2 Wochenstunden

 Wissenschaftliche Übungen

 1 Wochenstunde

 Physik   (GK)

 2 Wochenstunden

 Wirtschaft/Recht (GK)

 2 Wochenstunden

 Geschichte/ Gemeinschaftskunde (GK)

 2/ 1 Wochenstunden

 Sport (GK)

 2 Wochenstunden

 Literatur/Musik/Bildende Kunst (GK)

 2 Wochenstunden

 

Wahlbereich:

 

Latein mit zwei Wochenstunden, zusätzlich wird im Leistungskurs Gesundheit und Soziales für praktische Übungen eine Wochenstunde eingeplant.

 

Gesamtstundenzahl: 37 bzw. 38 Wochenstunden

 

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